Macht auf das Tor - Aufarbeiten aller Türen

Die Saison 2018 ist für mich vorbei und die ToDo für den kommenden Winter ist gut gefüllt, also in die Hände gespuckt und irgendwo angefangen... Als erste Schrauberhandlung habe ich mir alle vier Türen vorgenommen. Durch Zufall hatte ich im Frühjahr gesehen, das die Türunterkante unter den Dichtungen angefangen hatte zu gammeln - hier war deutlicher Bedarf an Rostbehandlung angesagt. Nacheinander habe ich alle vier Türen ausgebaut und einer kleinen Revision unterzogen. Da jede Tür gleich aufgebaut ist, wurde bei jeder Tür auch gleich verfahren…

Im Detail habe ich folgende Arbeiten erledigt :

Demontage der Tür

Die Türmontage selber ist recht easy, eine helfende Hand sowie ein Hubwagenheber mit Gummiauflage sind Gold wert. Nachdem die Türverkleidung samt Anbauteile abgebaut sind, muss eigentlich nur noch das Türfangband ausgebaut und die Unterdruckschläuche der Zentralverriegelung müssen abgezogen werden. Danach kann die Tür abgebaut und auf die Böcke zur weiteren Bearbeitung gelegt werden

Gründliche Reinigung des Türinnenbereiches

Bevor es mit den eigentlichen Arbeiten losgeht, wurden die Türen von innen erstmal sorgfältig gereinigt, d.h. der innere Bereich wurde ausgesaugt und altes Fett und Bitumen (originale Fahrzeugdämmung), welches sich im Laufe der Jahre auf dem Türboden abgesetzt und mitunter die Wasserablauflöcher verstopft hat, wurde gründlich entfernt.

Substanz der Tür konservieren

Alle vier Türen zeigten im unteren Bereich klare Ansätze von Rost, es waren sogar schon kleine Durchrostungen sichtbar. Der Rost wurde mit entsprechenden Schleifscheiben per Flex und Bohrmaschine entfernt, danach großzügig der komplette untere Bereich gereinigt und 2-3x mit Brunox Epoxy (Spraydose wie auch per Pinsel aufgebracht) satt von innen und außen eingestrichen bzw gesprüht. Nach dem Aushärten wurde der Lack in Wagenfarbe (Milanbraun Metallic) aufgetragen

Dämmen der Türen

40 Jahre hinterlassen ihre Spuren, auch an der werksseitig verklebten Bitumen-Dämmung, welche im Laufe der Zeit ausgehärtet ist und/oder sich teilweise vom Blech abgelöst hat.
Die alte Dämmung wurde mühsam abgekratzt, das Blech gereinigt und danach mit mehreren Schichten frischem Alubutyl wieder ruhig gestellt.

Revision der Fensterhebermechanik

Das Kurbelgetriebe samt Stange wurde für eine einfachere Reinigung ausgebaut und anschließend neu gefettet. Der Hebemechanismus samt Fenster verblieb in der Tür, da alle nötigen Arbeiten auch eiingebaut problemlos möglich sind.

Revision der Fangbänder

Die Fangbänder zu zerlegen, zu reinigen, fetten und wieder zusammen zu setzen ist keine große Herausforderung aber trotzdem für ein langes, funktionales Leben in der Autotür wichtig - altes, harziges Fett sollte immer erneuert werden wenn man schon die Möglichkeit dazu hat.

Konservieren vom unteren Türinnenbereich

Zum Schluss wurde der untere Bereich vom Türinnenbereich mit Fluid Film behandelt, um in Zukunft Wasser keinen Angriffspunkt mehr bieten zu können. Was für Hohlräume gut ist, kann in der Tür nicht schaden.

Und sonst?

  • Bei der Revision stieß ich auf weitere “Schrauberdelikte” der Vorbesitzer, zB fehlten in beiden vorderen Kotflügeln die seitlichen Schrauben (bei geschlossenen Auto von den vorderen Türen komplett verdeckt), welche ich natürlich wieder hinzugefügt habe.
  • Ein Fangband (welches zum Teil aus Gussmaterial besteht) hatte sich im Laufe der Jahre verabschiedet und war gerissen, Ebay lieferte für gerade mal 25 Euro ein entsprechendes (gebrauchtes) Ersatzteil.
  • Wo die diversen Chromteile wie Außenspiegel, Zierleisten, etc pp eh abgebaut waren, habe ich die Gelegenheit für etwas Politur und Pflege via Autosol genutzt.
  • Das Türschloss samt Verriegelungsmechanik habe ich im eingebauten Zustand mit Sprühfett und kleiner Aufsteck-Lanze umfangreich gefettet, ein Ausbau war daher nicht nötig.
  • Drei der Vier Türdichtungen sind fertig und werden spätestens im Frühjahr ersetzt, was im Falle des W116 dank der einfachen De/Montage eine Arbeit von max 1-2 Stunden (alle vier Türen) sein sollte.
  • An dem Stellglied der Zentralverriegelung, welches in der Tür verbaut ist, wurde Unterdruck gezogen um die Funktion sowie die Dichtigkeit prüfen zu können

Vervollständigen der Tür und Einbau

Der Zusammenbau und abschließend der Einbau der Türen gestaltete sich unproblematisch, auch hier sollte eine zweite Person zur Verfügung stehen. Etwas Zeit nimmt die richtige Einstellung der Türen in Anspruch, damit Flucht, Spaltmaße wie auch die ordnungsgemäße Funktion der Türverriegelung gewährleistet sind.

Arbeit, die sich lohnt

Was sich jetzt ziemlich übersichtlich liest, hat mich in der Praxis gute 4 Tage in der Garage gekostet, was aber auch zB an den Trocknungszeiten von Brunox Epoxy und dem Lack gelegen hat. Abschließend hoffe ich, das diese Maßnahme den Rostbefall gestoppt hat und in Zukunft neuem Rost nur erschwerte Angriffsmöglichkeiten bietet. Auf jeden Fall werde ich 1-2 mal pro Jahr die Türdichtungen im unteren Bereich abziehen und nachschauen, ob sich erneut Rost gebildet hat.

Fotos

Bitteschön 🙂 (Klick aufs Bild macht GROSS)

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